Aus dem Nichts

Katja verliert ihren Mann und ihren Sohn bei einem Bombenanschlag. Sie ist tief erschüttert. Es gibt niemanden, der ihre Trauer lindern kann – ihren Schmerz betäubt sie mit Drogen und denkt daran, sich umzubringen. Als die Polizei aufgrund eines Hinweises ein Neonazi-Paar verhaftet, schöpft Katja Hoffnung. Im folgenden Prozess aber sät die Verteidigung geschickt Zweifel, am Ende steht ein Freispruch aus Mangel an Beweisen.
Der deutsch-türkische Filmemacher Fatih Akin arbeitet in diesem Film anhand einer fiktiven Geschichte die Morde der rechtsextremen Terrorzelle NSU zwischen 2000 und 2006 auf, die erst 2011 nach langen offensichtlich vorurteilsbehafteten Ermittlungen in andere Richtungen aufgeklärt werden konnten.
Entstanden ist mit dem in Cannes uraufgeführten Film ein aufwühlender Mix aus Terrorismus-, Gerichts- und Rache-Drama, der sich ausschließlich auf die Opferperspektive konzentriert. Akin übt scharfe Kritik an den Ermittlungsbehörden und stellt die Frage nach einer möglichen moralischen Rechtfertigung von Rache.
Nach dem Film besteht die Möglichkeit zum Gespräch.