Sommerlicher Lyrik Abend

Am 18. Juli fanden sich im gemütlichem „Mittendrin“ gleich drei Künstler und Künstlerinnen zu einem musikalisch untermalten Lyrik Abend ein.
Eröffnet wurde der Abend von Günther Schulte. Auch bekannt als Pantomime, Jongleur und Komiker „Jeronimo“ präsentierte er die melodische, auf die seltene Tonart Cis Moll gestimmte Hang Hang. Das Schweizer handgefertigte Instrument, in das er sich unter einem Großangebot bei einem Großhändler sogleich verliebte, war tatsächlich das Einzige, das auf den Grundton mit 432 Herz gestimmt war. Wer schon mal ein Spiel auf einer Hang Hang erlebt hat, wird bestätigen, dass dieses Instrument die Fähigkeit besitzt, Herzen zur Ruhe kommen zu lassen. Das gilt ganz besonders für dieses pentatonisch gestimmte Instrument.
Auf diese melodische Weise eingestimmt, präsentierte Petra Wohlfeil ihre Gedichte über das Reisen und die Sommerfreuden in der Stadt. Sie verstand es in Reimen von der Sehnsucht nach Zitronenduft und Erlebnissen auf der Zugfahrt zu erzählen. Sie entführte in die Gefühlswelt eines Pinguins, der der Hitze im Zoo entfloh, um Urlaub im Eisfach eines Kurhotels zu machen. Doch nicht nur die Ferne war Thema ihrer Gedichte. Bewaffnet mit einem gespitzten Bleistift lässt sich Petra Wohlfeil auch gerne vom Duft Fürther Rosenhecken, sowie von spielenden Kindern am Paradiesbrunnen und Kaffee trinkenden Frauen am Nachbartisch inspirieren.
Ganz ohne Reime und Skript kam die Autorin Heidemarie Opfinger aus. So frei als wären ihr die Geschichten grad erst in den Sinn gekommen, hat sie dem Publikum die Sehnsucht des Fliegens trotz Flugangst nahegebracht. Gänsehaut gab es, als sie ihr Publikum in den abendlichen Schwarzwald entführte.