Herzerwärmender Kitsch in ULF

Feierliche Eröffnung mit Erzbischof em. Schick

Was hat eine Bade-Ente in einer Kirche verloren? So mag man beim Anblick der gelben Wasserspielzeuge im Rabbiner- oder Bischofsgewand, die derzeit in Vitrinen in der Kirche Unsere Liebe Frau zu bewundern sind, durchaus fragen. Die bunte Schar gehört zu einer Ausstellung über Kitsch, Souvenirs und Alltagsobjekte im Judentum und Christentum, die unter dem Titel „Rabbi Duck und Holy Toast - …weil Glaube auch Herzenssache ist“ in der zentralen katholischen Innenstadtkirche sowie im Jüdischen Museum Franken in Fürth bis Pfingsten zu sehen ist. Die hier präsentierten Gebrauchsgenstände zeigen, wie Menschen ihren Glauben mitten im Alltag lebendig werden lassen – und das durchaus mit einem Augenzwinkern. Manches davon ist zugleich auch sehr berührend und herzerwärmend, so Pastoralreferentin Helga Melzer-Keller. Als Verantwortliche für die katholische Cityseelsorge hat sie sich gerne auf die Verwirklichung dieses eigenwilligen Projekts eingelassen, das zustande kam durch die Initiative von Heiko Quinkler, dem Kooperationspartner des Erzbischöflichen Dekanats am Jüdischen Museum. Tatsächlich sind sich Judentum und Christentum überraschend ähnlich, wenn es darum geht, dem Glauben auf sinnliche Weise mit Herz und Humor Ausdruck zu verleihen.
Zur feierlichen Eröffnung am 12. März im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit waren rund 150 Gäste erschienen, die sich mit Interesse die Grundgedanken der Ausstellung von den Kooperationspartnern erläutern ließen. Als Festredner reflektierte Erzbischof em. Prof. Dr. Ludwig Schick die Berechtigung und die Grenzen von Kitsch und Humor in den Religionen, musikalisch fulminant umrahmt von Regionalkantor Andreas König mit Improvisationen zu jüdischen Synagogengesängen und dem christlichen Klassiker „Amazing Grace“. Nach Sekt und Häppchen nutzten viele die Gelegenheit, bei einer ersten Führung die u.a. von Leihgebern aus dem Dekanat zur Verfügung gestellten Exponate in Augenschein zu nehmen.
Kostenlose weitere Führungen gibt es am 25.3., 8.4., 22.4. und 6.5., jeweils 14.00-15.30 Uhr mit Beginn am Jüdischen Museum Fürth; Sonderführungen für Gruppen können angefragt werden.
Weitere Veranstaltungen im Kontext der Ausstellung:
Mittwoch, 19. April, 19.30 Uhr
Christusbekenntnis und Glaubenspraxis. Was Christentum und Judentum in den Anfängen trennte – und heute einander wieder näher bringen kann
Vortrag von PR Dr. Helga Melzer-Keller
Kirche Unsere Liebe Frau, Königstraße 126
Donnerstag, 20. April, 19.30 Uhr
FrauenZeit: Alles nur Kitsch? Glaube mitten im Leben – alltagstauglich, humorvoll, herzerwärmend
Ausstellungsbesuch (nur ULF) und Gespräch
Treffpunkt an der Kirche Unsere Liebe Frau, Königstraße 126
Samstag, 6. Mai, 10.00-13.00 Uhr
Wie lebst du, was du glaubst?
Mitmach-Aktion in der Fußgängerzone
Schwabacher Straße, Abzweigung Blumenstraße

