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FrauenZeit und MännerSache

FrauenZeit_MännerSache
Datum:
Veröffentlicht: 1.7.19

Ein Gesprächsangebot für Frauen und Männer

Im Rahmen der Cityseelsorge gibt es unter dem Titel FrauenZeit einmal monatlich ein offenes Angebot für Frauen in der Lebensmitte im Gesprächsladen „mittendrin“ in der Blumenstraße 2 in Fürth. Seit neuestem lädt die MännerSache einmal im Vierteljahr Männer zu einem offenen Austausch ein. Mit den beiden Verantwortlichen, Pastoralreferentin Dr. Helga Melzer-Keller und Diakon Michael Schofer, sprach Christoph Gahlau; das hier gekürzt wiedergegebene Interview ist im Heinrichsblatt Nr. 18/2019 erschienen.

Gahlau: Was steckt hinter der Idee, diese beiden Veranstaltungsreihen anzubieten?

Melzer-Keller: Ich habe die FrauenZeit in Oberasbach begonnen und bin dabei auf große Resonanz gestoßen. Es kamen verschiedene Frauen, die es genossen religiöse Themen und Themen, die sie als Frauen interessieren, ungezwungen in einer Runde mit anderen Frauen zu besprechen und sich darüber auszutauschen. Daraus entstand der Wunsch, das auf Stadtebene weiterzuführen.

Gahlau: Was muss man sich unter MännerSache vorstellen. Muss man da im Blaumann und mit Werkzeug erscheinen?

Schofer: Stimmt, das wäre nicht schlecht, wenn wir so ein Format hätten, wo Männer mit Werkzeug kommen. Aber Spaß beiseite. Ich wurde angefragt, ob es nicht neben dem Format „FrauenZeit“ auch ein Gesprächsangebot für Männer geben könnte. Als Männerseelsorger möchte ich die offene Männerseelsorge in der Diözese fördern und dachte mir, das ist eine offene Tür, in die ich hier hineinrennen kann.

Gahlau: Was sind denn so Themen, die bei den Männern künftig auf dem Programm stehen?

Schofer: Es geht generell darum, mit Männern ins Gespräch zu kommen über Themen, die sich nicht um Fußball, Bier und Frauen drehen – es gibt ja auch noch Männerthemen, die das „Mann sein an sich“ berühren. Man sagt ja den Männern immer nach, dass sie sich manchmal ein bisschen schwer tun miteinander ins Gespräch zu kommen, es sei denn sie sitzen am Stammtisch. Ich glaube, dass man auch mit Männern über Glaubensthemen ins Gespräch kommen kann.

Gahlau: Frau Melzer-Keller, wie ist es denn bei den Frauen? Kommen die, wenn sie untereinander sind, leichter ins Gespräch? Und was sind die Themen bei der FrauenZeit?

Melzer-Keller: Die Frauen kommen leicht miteinander ins Gespräch. Sie genießen es auch, nicht nur etwas vorgesetzt zu bekommen, sondern sich auszutauschen. Die Themen, die wir besprechen, reichen von allgemeinen Lebensthemen über konkret religiöse Themen bis hin zu Themen, die mit unserer Frauenrolle zu tun haben.

Gahlau: Wer darf sich bei der MännerSache angesprochen fühlen?

Schofer: Alle Männer, und vielleicht kommen ja auch Frauen.

Gahlau: Gegenfrage: Wer ist bei Ihnen angesprochen?

Melzer-Keller: Im Großen und Ganzen Frauen in der Lebensmitte. Ich denke an Frauen, deren Kinder so groß sind, dass sie wieder Lust und den Freiraum haben, sich selbst und den eigenen Themen zuzuwenden.

Gahlau: Warum, Herr Schofer, sollte man unbedingt die FrauenZeit besuchen?

Schofer: Weil ich denke, das manchmal Frauen unter sich sein sollten und dabei ein lebendigerer Austausch ist, wenn Frauen unter sich über bestimmte Themen reden.

Gahlau: Wieso ist die MännerSache eine tolle Sache, Frau Melzer-Keller?

Melzer-Keller: Weil es auch für Männer wichtig ist, sich untereinander über ihre Themen auszutauschen. Nicht zuletzt bin ich von Männern angesprochen worden, wenn ich für die FrauenZeit geworben habe, und Männer fragten: Gibt es da nichts Entsprechendes für uns?

 

Interview: Christoph Gahlau

Kürzung: Helga Melzer-Keller