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An jenem Morgen

Maria Magdalena
Datum:
Veröffentlicht: 12.4.20
Von:
Gabriele Syben

Gemeindereferentin Gabi Syben in St. Otto Cadolzburg

... an diesem Morgen ist alles anders als sonst, treffen wir uns nicht in der Dunkelheit beim Anzünden des Osterfeuers, gehen wir nicht gemeinsam in die Kirche, wo unsere kleinen Osterkerzen nacheinander angezündet werden und wir zum Halleluja-Ruf und Vorlesen der Osterbotschaft erleben, was es bedeutet, dass Licht wird.

An jenem Morgen

... an diesem Morgen ist alles anders als sonst, treffen wir uns nicht in der Dunkelheit beim Anzünden des Osterfeuers, gehen wir nicht gemeinsam in die Kirche, wo unsere kleinen Osterkerzen nacheinander angezündet werden und wir zum Halleluja-Ruf und Vorlesen der Osterbotschaft erleben, was es bedeutet, dass Licht wird.

Ein anderes Osterfest in der Durchführung, aber es muss kein anderes Ostern im Herzen sein, ganz im Gegenteil!

Wieviel deutlicher wird uns, wie kostbar manches ist, was wir so selbstverständlich genommen haben, die Menschen, mit denen wir zusammenleben. Vieles schmerzt, weil es grad einsam macht, vieles löst Existenzängste aus.

Hat da das Osterfest trotzdem noch eine Botschaft für uns?

Da wird politisch entschieden und getan - ich habe Respekt - wie schnell gehandelt wurde. So haben wir es bei Jesus immer erlebt, er sieht eine Situation, erkennt ihren Kern und handelt- nicht nach den Gesetzen, sondern für den Menschen. Das dürfen wir auch grad erleben. Und wenn wir Ostern die Lesung von der Schöpfungsgeschichte hören, so wissen wir genau, dass dies nicht in den 7 Tagen geschehen ist – sondern es um die Aussage geht, dass Gott der Schöpfer von allem ist, was für unser Leben notwendig ist.

Wir wissen heute auch, dass wir Zeit brauchen, Geduld brauchen, etwas, was wir häufig nicht mehr hatten.

Dass wir neue Wege finden müssen, eine neue Solidarität erleben dürfen, dass wir alle in einer Lebenssituation wirklich verbunden sind und wir sie auch nur miteinander mit viel Rücksichtsnahme bewältigen können. Und es geht, so wie es vorne im Text steht:

wage es neu zu denken

wage es waghalsig zu glauben

wage es furchtlos zu lieben.

Wieviele Angebote an kurzen Gebetsmomenten, Glockenläuten und Kerzen-Anzünden haben uns auf eine ganz andere Art und Weise miteinander verbunden – wir haben eine intensive Art von Gemeinschaft erlebt bzw. dürfen sie immer noch erleben.

Es hat ein eigenes Ritual sich entwickelt, zu einer bestimmten Zeit miteinander verbunden zu sein, nicht nur zum Gottesdienst am Sonntag vormittag. Wie kostbar ist doch so ein neues Gefühl!

Ein neues Gefühl, das durften die Emmaus-Jünger mit ihrem trauernden Herzen auch erleben. Und sie haben nicht sofort erkannt, dass sie ja gar nicht allein unterwegs waren.

Wir erkennen auch oft nicht sofort, dass sich etwas Neues auftut, dass Jesus an unserer Seite ist und wenn wir nicht in der Eucharistie miteinander verbunden sind, dann gibt es soviel andere schon ausprobierte Möglichkeiten.

Da ist nichts festgefahren, da ist das Grab (der Dunkelheit, der Krankheit, der Einsamkeit) doch weit geöffnet, der Stein ist weg!

Sich gegenseitig zu unterstützen, auch in der Distanz, das ist eine eigene Form der Auferstehung.

Ostern findet statt auch ohne Gottesdienste

Ostern ist in unserem Herzen, in unserm Leben, in unserer Fürsorge.

Ostern bedeutet, niemals die Hoffnung aufzugeben und darauf vertrauen, dass auch etwas Besseres geschehen kann.

Ich wünsche Ihnen allen von Herzen, dass sie trotzdem innerlich eine tiefe Osterfreude erleben, dass sie schätzen können, dass wir ein geschenktes Leben haben, so lange, wie es eben dauert.

Mit großer Verbundenheit mit ihnen allen

Ihre Gabi Syben